Nesselsucht ist eine entzündliche Hauterkrankung, die sich durch juckende, rötliche Quaddeln und Schwellungen der Haut äußert. Diese treten plötzlich auf und können innerhalb weniger Stunden wieder verschwinden oder bei chronischer Nesselsucht über Wochen und Monate hinweg immer wieder auftreten. In einigen Fällen geht die Erkrankung mit tieferen Schwellungen, sogenannten Angioödemen, einher, die vor allem im Gesicht, an den Lippen oder Augenlidern auftreten.
Die Ursache der Urtikaria liegt in der Freisetzung von Histamin durch Mastzellen. Dies führt zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Blutgefäße, wodurch Flüssigkeit ins Gewebe austritt und die typischen Schwellungen entstehen. Die Auslöser sind vielfältig: Manche Menschen reagieren auf bestimmte Lebensmittel, Medikamente oder Insektenstiche, während bei anderen physikalische Reize wie Kälte, Wärme, Druck oder Sonnenlicht eine Urtikaria hervorrufen können. Auch Stress oder Infektionen spielen eine Rolle. In vielen Fällen bleibt die genaue Ursache jedoch unbekannt.
Häufige Auslöser von Urtikaria
- Allergien: Nahrungsmittel (z. B. Nüsse, Meeresfrüchte), Medikamente oder Insektengifte
- Infektionen: Bakterielle oder virale Erkrankungen, insbesondere Atemwegsinfektionen
- Reize: Kälte, Wärme, Sonnenlicht, Druck oder Reibung auf der Haut
- Stress und psychische Belastung: Emotionale Faktoren können Symptome verstärken oder auslösen
- Autoimmunreaktionen: Das Immunsystem greift körpereigene Strukturen an
Die Diagnose erfolgt meist durch eine genaue Anamnese und die Untersuchung der Hautveränderungen. In einigen Fällen werden Allergietests oder Blutuntersuchungen durchgeführt, um mögliche Grunderkrankungen oder Auslöser zu identifizieren.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Symptome und der Ursache. Antihistaminika sind die häufigste Behandlung, da sie die Wirkung des freigesetzten Histamins blockieren und so Juckreiz sowie Quaddelbildung lindern. Bei schweren Fällen kann die kurzfristige Gabe von Kortikosteroiden erforderlich sein. In besonders hartnäckigen oder chronischen Fällen kommen moderne Biologika wie Omalizumab zum Einsatz, die gezielt das Immunsystem regulieren.
Zusätzlich können Lebensstiländerungen helfen, die Symptome zu kontrollieren. Betroffene sollten bekannte Auslöser meiden und auf eine gesunde Lebensweise achten. Stressmanagement, z. B. durch Yoga oder Entspannungstechniken, kann ebenfalls unterstützend wirken.
Während die akute Form der Urtikaria oft innerhalb weniger Tage abklingt, kann die chronische Form eine langfristige Behandlung erfordern. Dennoch ist die Erkrankung in den meisten Fällen gut behandelbar, sodass die Lebensqualität der Betroffenen durch eine gezielte Therapie deutlich verbessert werden kann.
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